2021

NACHRUF

WARMAISA – Gesellschaft zur Förderung und Pflege jüdischer Kultur in Worms e.V. trauert um eines seiner Gründungsmitglieder

Dr. Fritz Reuter

Seit 1971 war Dr. Reuter Leiter des Stadtarchivs. Er trieb den Bau des Raschi-Hauses voran und gründete das jüdische Museum. Mit seinem Buch „Warmaisa“ über das mittelalterliche Judentum legte er als Historiker bereits 1984 den Grundstein für den UNESCO-Weltkulturerbe-Antrag, dessen Anerkennung er noch miterleben durfte.

All seinen Angehörigen gilt unser aufrichtig empfundenes Mitgefühl.

WARMAISA – Gesellschaft zur Förderung und Pflege jüdischer Kultur in Worms e.V. –
Der Vorstand

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Führung zur ehemaligen Synagoge in Pfeddersheim

Diese Führung ist ein Beitrag von Warmaisa e.V. zu den Jüdischen Kulturtagen 2021 in Worms

Sonntag, 10. Oktober 2021, 15:00 Uhr, Kleine Amthofstaße 9, Worms-Pfeddersheim – kostenlos

Anmeldung über kontakt@warmaisa.de

Herr Jürgen Pfitzner gibt einen Einblick in die 1843 erbaute ehemalige Pfeddersheimer Synagoge. Bis 1921 wurde diese typisch rheinhessische Landsynagoge in ritueller Funktion, nach dem Verkauf des Gebäude jedoch nur noch profan genutzt.

Wer möchte, kann die Führung mit uns bei koscherem Wein ausklingen lassen.

Foto Synagoge: © Michael Steiner

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Lesung aus „Kurze Geschichte des Antisemitismus

mit dem Autor Peter Schäfer

Diese Lesung ist ein Beitrag von Warmaisa e.V. zu den Jüdischen Kulturtagen 2021 in Worms

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 19:00 Uhr, Lincoln Theater in Worms

Nur Abendkasse: 8,00 € für Mitglieder / 5,00 € für Gäste und Freunde

Registrierung vor Ort per Luca-App möglich // Rückfragen an kontakt@warmaisa.de

© 2021 Verlag C.H.Beck oHG

Antisemitismus ist wieder sichtbar, teils offen, teils versteckt hinter «unbedachten » Äußerungen und Israelkritik. Doch wo beginnt der Antisemitismus, und wie neu ist, was wir heute erleben? Peter Schäfer beschreibt klar und konzise, wie sich seit der Antike antisemitische Stereotype verbreiteten, zu Verfolgung und Vernichtung führten und auch nach der Shoah virulent sind. Sein umfassender, souveräner Überblick macht eindringlich deutlich, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist.

Schon in der vorchristlichen Antike gab es Judenhass, Ghettos und Pogrome, doch erst die neutestamentlichen Schriften schufen mit ihrer Gegnerschaft zum Judentum die Voraussetzungen für Ritualmordlegenden und Verfolgungen im christlichen Mittelalter. Luther rief zur Auslöschung der «Teufelskinder» auf, die Aufklärer fanden das Judentum unvernünftig, Wissenschaftler begründeten den Judenhass rassistisch, und allzu viele waren bereit, sich an der «Endlösung der Judenfrage» zu beteiligen oder schauten lieber weg. Man könnte meinen, dass der Schock des Massenmordes heilsam war, doch Antizionismus und rechte Ideologien dringen seit Jahren mit antisemitischem Gepäck in die Mitte der Gesellschaft vor und bereiten den Boden für neue Gewalt. Peter Schäfers erhellendes Buch ist Pflichtlektüre für alle, die besser verstehen wollen, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist und was er für Juden in der Nachbarschaft, in Israel und überall auf der Welt bedeutet.

© 2021 Verlag C.H.Beck oHG

Peter Schäfer: © Foto: Jüdisches Museum Berlin – Foto Yves Sucksdorff

Peter Schäfer, Professor em. für Judaistik, hat an der Freien Universität Berlin (1983 – 2008) und der Princeton University gelehrt (1998 – 2013) und war bis 2019 Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Er wurde u. a. mit dem Leibnizpreis der DFG, dem amerikanischen Mellon Distinguished Achievement Award, dem Dr. Leopold Lucas-Preis der Universität Tübingen und dem Reuchlinpreis der Stadt Pforzheim ausgezeichnet.

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JUDAS von Lot Vekemans mit dem Chawwerusch Theater

Diese Aufführung ist ein Beitrag von Warmaisa e.V. zu den Jüdischen Kulturtagen 2021 in Worms

Mitwoch, 1. November 2021, 19:00 Uhr, Lincoln Theater in Worms

Nur Abendkasse: 14,00 € für Mitglieder / 10,00 € für Gäste und Freunde

Registrierung vor Ort per Luca-App möglich // Rückfragen an kontakt@warmaisa.de

Judas: © Chawwerusch

Nach 2000 Jahren kommt Judas zu Wort

Ben Hergl tritt in der neuen Chawwerusch-Produktion „JUDAS“, einem Solo-Stück von Lot Vekemans in der Inszenierung von Ro Tritschler auf. In „JUDAS“ kommt der umstrittene Apostel zu Wort, der laut Bibel mit seinem Kuss Jesus verraten hat. Seit 2000 Jahren wird er daher für Jesu Tod am Kreuz verantwortlich gemacht, gilt als Inbegriff des Verräters und wurde immer wieder als Begründung für Vorurteile und Antisemitismus in jeder Form missbraucht.

Info:

Alle Termine und Infos unter www.chawwerusch.de

„JUDAS“ wurde gefördert durch #2021JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“, aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, weiterhin von der Evangelischen Kirche der Pfalz, von der Sparkasse Südpfalz, der Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz

Chawwerusch ist das professionelle Theaterkollektiv der Südpfalz mit eigener Spielstätte, das Geschichte und Geschichten erlebbar macht. Die meist selbst entwickelten Stücke eignen sich für unterschiedliche Spielorte. Zudem produziert das Chawwerusch Theater Großprojekte mit Amateuren auf hohem künstlerischem Niveau.

Die Expedition Chawwerusch ist die junge Sparte des Theaters. Neben den Produktionen für Jugendliche und junge Erwachsene hat sie ein breites theaterpädagogisches Angebot.


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Warmaisa dankt Jens Barnieck für seine Spende

Pro verkaufte CD seiner Neuerscheinung vom Februar 2021 spendete er 2,00 €.

Friedrich Gernsheim PIANO MUSIC VOLUME II