Freitag, 22. November 2024: Stolperstein-Verlegung in Worms

wurden Steine für 22 Wormser Opfer des Holocausts an 10 verschiedenen Adressen verlegt. Gunter Demnig nahm die Verlegung persönlich vor. Nach dieser 18. Wormser Verlegung erinnern mehr als 300 Stolpersteine an ehemalige Wormser Bürgerinnen und Bürger. Die Verlegung war wie immer öffentlich.

Das Besondere an der diesjährigen Verlegung in Worms war, dass sich 24 Nachfahren und Familienangehörige aus USA dazu angekündigt hatten – darunter Kinder, Enkel und Urenkel von Flora, Edith und Suse Herz, von Arthur, Alice, Paul und Heinz Ebert. Eine Dame hatte sich aus USA angekündigt, um der Verlegung des Stolpersteins für ihren Onkel Werner Smith beizuwohnen, der als Kleinkind Opfer der T4 Aktion wurde. Leider konnte sie aus gesundheitlichen Gründen die Reise nicht antreten; ihre Wormser Cousine verlas den von ihr vorbereiteten Text.

Ehemalige Wormser Bürgerinnen und Bürger, für die am 22.11.2024 Stolpersteine verlegt wurden, konnten als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene vor der Verfolgung durch das NS-Regime ins Ausland fliehen, ein Mädchen hatte dank Kindertransport jahrelang bei einer fremden englischen Pflegefamilie überlebt, eine Mutter überlebte mit ihrer Tochter mehrere Lager und sie wurden am Ende des Krieges befreit, andere wurden ermordet.

Zu den Familienangehörigen aus USA hatte Warmaisa entweder durch eigene Recherche Kontakt herstellen können oder die Familienangehörigen hatten ihrerseits gezielt den Kontakt zur Stolpersteingruppe Warmaisas gesucht. Alle Gäste aus USA haben bewusst den Kontakt zu Worms wieder aufgenommen – zu der Stadt, aus der ihre Vorfahren geflüchtet waren, vertrieben oder verschleppt wurden. Sie haben bewusst den Kontakt zu uns Wormsern gesucht und wir haben sehr bewegende Tage miteinander erlebt. Warmaisa hat die Gäste durch Worms und Osthofen geführt, wir haben uns in persönlichen Gesprächen ausgetauscht und in großer Runde und herzlicher Atmosphäre gemeinsam gegessen.

Bei eisiger Kälte hatte Frau Bürgermeisterin Stephanie Lohr die Stolperstein-Verlegung um 9:00 Uhr eröffnet und auch eine Stunde später wehte noch ein schneidender Wind durch die Wormser Fußgängerzone, als Frau Ministerialdirektorin Katharina Heil stellvertretend für Ministerpräsident Alexander Schweitzer ihre Ansprache hielt. Sie betonte ihre besondere Wertschätzung gegenüber den vielen US-amerikanischen Familienangehörigen und gegenüber den Schülerinnen und Schüler der Karmeliter-Realschule Plus, die einige biografische Texte vortrugen. Sie bedankte sich auch bei Warmaisa für unsere Stolperstein-Aktivitäten.

Die Nachfahren beteiligten sich aktiv an der Verlegung, indem sie – innerlich sehr bewegt – die Lebens- und Leidenswege ihrer Vorfahren an den letzten frei gewählten Wormser Wohnstätten ihrer Vorfahren schilderten. Damit gaben sie der diesjährigen Stolperstein-Verlegung eine ganz besondere Atmosphäre.

Foto: Manfred Dröge

Foto: Manfred Dröge

Stationen der Stolperstein-Verlegung

  • Hintere Judengasse 6: 1 Stein für Emma Esther Oppenheimer,
  • Friedrichstr. 10: 2 Steine für Sigmund und Rosa Mayer,
  • Kämmererstr. 10: 3 Steine für Flora, Edith und Suse Margot Herz,
  • Obermarkt 12: 1 Stein für Elise Reis,
  • Wilhelm-Leuschner-Str. 24: 4 Steine für  Bernhard, Esther, Theodor und Friedel Reichmann,
  • Siegfriedstr. 40: 3 Steine für Siegfried, Eugenie und Werner Sigmund May,
  • Gymnasiumstr. 6 u. 7: 3 Steine für Eugen Löb, Hedwig und Erna Katharina Löb,
  • Sickingenstr. 18: 1 Stein für Werner Smith,
  • Hochheimerstr. 19: 4 Steine für Arthur, Alice, Paul und Heinz Ebert

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