2026

Nächster Warmaisa-Stammtisch: Dienstag, 4. August 2026 um 19:30 Uhr im DIMITRA, Kämmererstr. 56 in Worms

Sie, Ihre Freundinnen und Freunde sind herzlich eingeladen, Vereinsmitglieder kennenzulernen, sich mit uns zu unterhalten, Ihre Ideen einzubringen.Wir freuen uns auf Sie.

Ausblick


Sonntag, 13. September 2026 um 11:00 Uhr: Warmaisa lädt ein zur Gästeführung „Wormser Juden im 19. Jahrhundert“.

Nähere Details folgen.

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Rückblick

Zusammenarbeit zwischen Warmaisa e.V. und Wormser Schulen

Warmaisa e.V. lädt wiederholt Schüler und Schülerinnen zu Programmen ein, die dankbar von Wormser Schulen angenommen werden. In diesem Kontext geht es uns selbstverständlich um die Aufklärung über das Judentum, über historische Fakten zur NS-Geschichte, Judenverfolgung und zum Holocaust (z.B. laden wir ein zu Film-Vorführungen, Theaterstücken, Tanztheater sowie Schülerfahrten nach Auschwitz oder zu anderen KZs, zur Teilnahme von Schulklassen bei Stolperstein-Verlegungen etc.), aber es geht uns auch um den Blick in den heutigen Alltag. Warmaisa e.V. bietet Programme zur Sensibilisierung für unseren alltäglichen Umgang miteinander an, mit dem Ziel, Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt aufzuzeigen, zu thematisieren und vorzubeugen.

Im Februar 2026 kam Mirko Drotschmann zum Thema FAKE NEWS ins Gauß-Gymnasium und im Mai 2026 kam das Chawwerusch Theater mit UNSICHTBAR zum Thema Mobbing ins Lincoln Theater; eingeladen waren Schüler der Pfrimmtal Realschule Plus sowie der Karmeliter Realschule Plus.

In dieses Themenfeld passte das Theaterstück BEEFZ, das am 25.6.2026 in der Aula des Wormser BIZ aufgeführt wurde. Allen Theater- und Film-Vorführungen folgt eine Nachbesprechung mit den Schauspielern und Schauspielerinnen sowie mit den betreuenden Lehrern und Lehrerinnen.

Dazu aus der Wormser Zeitung:

Gewalt hat viele Gesichter

Die Expedition Chawwerusch bringt vor Gauß-Gymnasiasten im BIZ das Theaterstück „BEEFZ“ auf die Bühne. Es soll zum Nachdenken anregen.

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Die 19. Stolperstein-Verlegung in Worms fand am 24. Juni 2026 statt:

Innerhalb des Stadtgebiets wurden 10 Stolpersteine verlegt.

Mozartstraße 20, 12:30 Uhr für Familie Bernkopf

Bahnhofstraße 24 (Parkplatz links vom „Parkhaus am Theater“), ca. 13:30 Uhr für Ludwig Kiefer

Karmeliterstraße 4, ca. 13:50 Uhr für Rosa Liebmann

Martinsgasse 35 (jetzt Nr. 33), ca. 14:15 Uhr für Alfred und Margarethe Lang

Judengasse 12 (jetzt Nr. 6, vor Kita Anne-Frank), ca. 14:45 Uhr für Leo Lang

Gaustraße 46, ca. 15:15 Uhr für Emma und Leopold Laufer

Dazu aus der Wormser Zeitung:

Auf grausame Weise ähnlich

Worms hat zehn neue Stolpersteine, die an jüdische Schicksale erinnern.Trotz Hitze war die Verlegung der Steine gut besucht. Der Künstler Gunter Demnig war allerdings nicht dabei.

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„BÜRCKEL! – FRAU GAULEITER STEHT IHREN MANN“ von Peter Roos mit Hannelore Bähr am 30. März 2026 um 19:00 Uhr im Lincoln Theater Worms

Warmaisas Beitrag zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Worms

Der pfälzische Gauleiter Josef Bürckel war als einer der mächtigsten Funktionäre des Nationalsozialismus ab 1926 Gauleiter der Pfalz und rühmte sich einst, dem ersten judenfreien Gau Deutschlands vorzustehen. 1940 war Bürckel maßgeblich verantwortlich für die Deportation von 6.538 Juden aus Baden und der Saarpfalz ins französische Lager Gurs. Bürckel starb 1944 in Neustadt a.d.W.. Anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Pfälzer Juden nach Gurs hat der bekannte Autor Peter Roos Bürckels Frau Hilde in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit dessen Gewaltherrschaft und ihrer Verdrängung gestellt.

In der Inszenierung von Susanne Schmelcher spielt Hannelore Bähr die Hilde Bürckel. Die Schauspielerin nimmt am anschließenden Zuschauergespräch teil.

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„Judas“-Monolog berührt tief

Ulrike Schäfer schreibt am 16.03.2026 in der Wormser Zeitung:

„Judas“-Monolog berührt tief

Im Schatten aktueller Ereignisse beleuchtet ein Theaterstück in Worms die biblische Figur Judas. Eine beeindruckende Darbietung eröffnet Diskussionen über Glaube und Lebensfragen.

Ben Hergl vom Chawwerusch-Theater als Judas in einer Szene in der Magnuskirche in Worms. Foto: Marc Braner/pakalski-press

Von Ulrike Schäfer

WORMS. 2021, als das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und in Worms auch die Anerkennung der SchUM-Stätten als Welterbe gefeiert wurden, holte der Verein Warmaisa das Einpersonenstück „Judas“ des Chawwerusch-Theaters (Regie: Rosa Tritschler) erstmals nach Worms. Die Zuschauer erlebten einen eindrucksvollen, unvergesslichen Abend.

Mittlerweile hat sich die Lage verändert. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 regen sich auch in deutschen Köpfen wieder verstärkt antijüdische Ressentiments, Jüdinnen und Juden, die in Deutschland leben, werden beschimpft und bedroht, jüdische Schulen und Synagogen müssen unter Schutz gestellt werden. Wo liegt der Ursprung dieses Hasses, der so viel älter ist als die nationalsozialistische Rassenideologie? Eine religiöse Begründung ist in den Evangelien zu finden. Der Verrat Jesu durch Judas spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Judas’ innerer Konflikt: Glaube gegen Verrat

Nun war das Judas-Stück des Chawwerusch-Theaters auf Einladung von Warmaisa erneut in Worms zu sehen, dieses Mal in der Magnuskirche, die dem Spiel genau den spirituellen Raum gab, den es braucht. Der Text, den die Niederländerin Lot Vekemans geschrieben hat, ist ein Monolog. Judas erzählt, wie er von Jesus berufen wurde und ihm ohne Zögern folgte, schildert, wie fasziniert er von ihm war, von seinem außergewöhnlichen Wesen, seiner inneren Stärke. Wie wohl viele, die ihm folgten, hatte Judas die Hoffnung, dass Jesus das Land von den verhassten Römern befreien würde. Der umjubelte Einzug Jesu in Jerusalem schien ihm Recht zu geben. Was ihn jedoch schier zur Verzweiflung brachte, war das Reden Jesu von seinem Tod als Erfüllung der Worte des Propheten Jesaja. „Ich wollte ihn aufrütteln“, beteuert er leidenschaftlich. „Ich wollte nicht, dass er stirbt, ich wollte mit ihm weiterleben.“

In dem 70-minütigen Judas-Monolog, den Ben Hergl großartig mit viel Leben und Tiefe füllte, werden indessen keine explizit theologischen Fragen verhandelt. Es geht um Hoffnungen und Erwartungen, um Zweifel und Verzweiflung, um Verantwortung und Schuld, um das Bedürfnis, wahrgenommen zu werden und bestehen zu können. Es geht um uns und es geht um heute. Woran orientieren wir uns? Wo halten wir uns raus? Wo verstecken wir uns hinter Überzeugungen? Zu welchen Entwicklungen tragen wir bei? „Was hätten Sie getan?“, fragt Judas in die Menge der Zuschauer.

Ben Hergl verkörpert den Judas mit faszinierender Ausdruckskraft. Träumerisch und voller Zärtlichkeit erinnert er sich an Jesus – „Er war anders, glaubte an Veränderung“ –, er erklärt, er grübelt, er rechtfertigt sich, klagt an und nimmt schließlich alle Schuld auf sich. Berechtigt ist seine Frage, wo eigentlich die übrigen Jünger waren, als Jesus gefangengenommen, gemartert und gekreuzigt wurde. Ob sie, ob die Evangelisten in ihren Berichten vielleicht ihre eigene Verzagtheit und Feigheit auf Judas abgewälzt haben?

Heute wird sicher niemand mehr ernsthaft behaupten, dass Judas Mittel zum Zweck war, ein Werkzeug, um Gottes Heilsplan zu erfüllen. Zweifellos hätte es nicht eines Verrats gebraucht, um Jesus „auszuschalten“. Dies und anderes wurde im anschließenden Gespräch unter Leitung von Pfarrerin Sophia Schäfer mit dem Warmaisa-Vorsitzenden Gerhard Schwab, Ben Hergl und dem Publikum erörtert.

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Nachruf für Warmaisa-Gründungsmitglied Traudel Mattes,
gestorben im Dezember 2025 im Alter von 85 Jahren

In den 1990er Jahren war für eine Handvoll Wormser Bürger die Zeit reif für eine neue Phase der Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur und Vergangenheit der Stadt. Ein kleiner Kreis um Roland Graser strebte zu diesem Zweck die Gründung eines Vereins an, der sich gezielt der jüdischen Kultur widmen sollte. In wochenlangen Beratungen berieten sich die Mitstreiter über die inhaltliche Ausrichtung und luden schließlich zur Gründung von Warmaisa – Gesellschaft zur Pflege und Förderung jüdischer Kultur in Worms – ein. Die Versammlung fand in der Hocheimer Bergkirche statt und ca. 40 Personen traten direkt dem Verein bei, darunter auch das Ehepaar Mattes. Mit ausgezeichneten kulturellen Angeboten gewann der Verein seit 1995 innerhalb kurzer Zeit großes Ansehen in der Stadt.

Von Anfang an war Traudel Mattes aktives Mitglied; als es um 2004 Veränderungen im Vereinsvorstand gab, wurde Traudel Mattes in den Vorstand gewählt und wenig später zur 2. Vorsitzenden. Dieses Amt füllte Traudel Mattes mit viel Herzblut, einem außerordentlichen Wissen, Energie, Ideen, Humor und Beständigkeit bis ins Jahr 2018 zum Wohl des Vereins aus.

Im Selbststudium hatte sie sich Alt-Hebräisch angeeignet und unterrichtete interessierte Bürgerinnen und Bürger in dieser Sprache. Einige Vereinsmitglieder erinnern sich sicher gern noch an ihren Unterricht.

Auch in anderen Aktivitäten war Traudel Mattes über Jahre hinweg eine hervorragende, tatkräftige und ideenreiche Botschafterin unserer Gesellschaft zur Pflege und Förderung jüdischer Kultur in Worms – als Wormser Gästeführerin mit Schwerpunkt jüdisches Worms, als Mitorganisatorin der Bürgerreisen nach Tiberias, als Initiatorin der museumspädagogischen Arbeit im und für das Raschi-Haus.

Sie wirkte aktiv im museumspädagogischen Arbeitskreis des Vereins mit, der u.a.

Quiz-Aufgaben für junge Raschi-Haus-Besucher erdachte und den „Jacobs Koffer“ konzipierte. Wenn Schulklassen das Raschi-Haus besuchten, dann konnten sie mit dem darin enthaltenen authentischen Anschauungsmaterial jüdische Rituale praktisch nachvollziehen. Traudel Mattes und andere Mitglieder des Arbeitskreises begleiteten die Schulklassen durch das Raschi-Haus.

Im Übrigen wirkte sie mit an der Erstellung von Handreichungen für Lehrer zum Thema „Juden in Rheinland-Pfalz“.

Eine ihrer letzten Aktivitäten als Vorstandsmitglied war die Mitwirkung bei der Erstellung der Neuauflage der Warmaisa-Flyer im Jahr 2017. Im Folgejahr zog sie sich aus dem Vorstand zurück, war aber auch weiterhin treue Teilnehmerin an den Stammtischtreffen und Tacheles-Abenden.

Traudel Mattes war eine kluge, sehr engagierte Persönlichkeit, eine geschätzte Gesprächspartnerin mit viel Humor; und wer sie persönlich erlebt hat, wird sicher ihren strahlenden Gesichtsausdruck in bester Erinnerung behalten.

Warmaisa-Vorstandmitglieder

Gerhard Schwab,
Karin Drach,
Rudolf Hauser,
Michael Steiner,
Guido Frohnhäuser,
Inga May