Nächster Warmaisa-Stammtisch: Dienstag, 7. April 2026 um 19:30 Uhr im DIMITRA, Kämmererstr. 56 in Worms
Sie, Ihre Freundinnen und Freunde sind herzlich eingeladen, Vereinsmitglieder kennenzulernen, sich mit uns zu unterhalten, Ihre Ideen einzubringen.Wir freuen uns auf Sie.
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Ausblick
Freitag, 13. März 2026 um 19:00 Uhr in der Magnuskirche Worms, Weckerlingplatz: „JUDAS“ von Lot Vekemans mit dem Chawwerusch Theater aus Herxheim
Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Nach 2000 Jahren kommt Judas zu Wort
Ben Hergl tritt in dem Solo-Stück von Lot Vekemans in der Inszenierung von Ro Tritschler auf. Hier kommt der umstrittene Apostel zu Wort, der laut Bibel mit seinem Kuss Jesus verraten hat. Seit 2000 Jahren wird er daher für Jesu Tod am Kreuz verantwortlich gemacht, gilt als Inbegriff des Verräters und wurde immer wieder als Begründung für Vorurteile und Antisemitismus in jeder Form missbraucht.
Ein erschütternder Monolog, der verblüfft, vieles erklärt, aber gleichzeitig auch vieles offen lässt. Wer zuhört, wird auf sich selbst zurückgeworfen. Die eigenen Sichtweisen und Denkmuster werden unwillkürlich hinterfragt, egal ob man religiös ist oder nicht. In dieser Situation soll das Publikum nicht allein gelassen werden. Nach dem circa 70-minütigen Auftritt folgt ein moderiertes Zuschauergespräch zum Stück, an dem auch der Schauspieler teilnimmt.
Warmaisa e.V. ergänzt damit Michel Friedmans Lesung „Judenhass“ vom November 2025 um eine künstlerische Herangehensweise an dieses „uralte“ und doch so aktuelle Thema. Unbedingt sehenswert!

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Montag, 30. März 2026 um 19:00 Uhr im Lincoln Theater Worms am Obermarkt: „BÜRCKEL! – FRAU GAULEITER STEHT IHREN MANN“ von Peter Roos mit Hannelore Bähr
Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Warmaisas Beitrag zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Worms
Der pfälzische Gauleiter Josef Bürckel war als einer der mächtigsten Funktionäre des Nationalsozialismus ab 1926 Gauleiter der Pfalz und rühmte sich einst, dem ersten judenfreien Gau Deutschlands vorzustehen. 1940 war Bürckel maßgeblich verantwortlich für die Deportation von 6.538 Juden aus Baden und der Saarpfalz ins französische Lager Gurs. Bürckel starb 1944 in Neustadt a.d.W.. Anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Pfälzer Juden nach Gurs hat der bekannte Autor Peter Roos Bürckels Frau Hilde in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit dessen Gewaltherrschaft und ihrer Verdrängung gestellt.
In der Inszenierung von Susanne Schmelcher spielt Hannelore Bähr die Hilde Bürckel. Die Schauspielerin nimmt am anschließenden Zuschauergespräch teil.

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Mittwoch, 24. Juni 2026 im Stadtgebeit Worms: Gunter Demnig kommt zur 19. Stolperstein-Verlegung
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Rückblick
Nachruf für Warmaisa-Gründungsmitglied Traudel Mattes,
gestorben im Dezember 2025 im Alter von 85 Jahren
In den 1990er Jahren war für eine Handvoll Wormser Bürger die Zeit reif für eine neue Phase der Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur und Vergangenheit der Stadt. Ein kleiner Kreis um Roland Graser strebte zu diesem Zweck die Gründung eines Vereins an, der sich gezielt der jüdischen Kultur widmen sollte. In wochenlangen Beratungen berieten sich die Mitstreiter über die inhaltliche Ausrichtung und luden schließlich zur Gründung von Warmaisa – Gesellschaft zur Pflege und Förderung jüdischer Kultur in Worms – ein. Die Versammlung fand in der Hocheimer Bergkirche statt und ca. 40 Personen traten direkt dem Verein bei, darunter auch das Ehepaar Mattes. Mit ausgezeichneten kulturellen Angeboten gewann der Verein seit 1995 innerhalb kurzer Zeit großes Ansehen in der Stadt.
Von Anfang an war Traudel Mattes aktives Mitglied; als es um 2004 Veränderungen im Vereinsvorstand gab, wurde Traudel Mattes in den Vorstand gewählt und wenig später zur 2. Vorsitzenden. Dieses Amt füllte Traudel Mattes mit viel Herzblut, einem außerordentlichen Wissen, Energie, Ideen, Humor und Beständigkeit bis ins Jahr 2018 zum Wohl des Vereins aus.
Im Selbststudium hatte sie sich Alt-Hebräisch angeeignet und unterrichtete interessierte Bürgerinnen und Bürger in dieser Sprache. Einige Vereinsmitglieder erinnern sich sicher gern noch an ihren Unterricht.
Auch in anderen Aktivitäten war Traudel Mattes über Jahre hinweg eine hervorragende, tatkräftige und ideenreiche Botschafterin unserer Gesellschaft zur Pflege und Förderung jüdischer Kultur in Worms – als Wormser Gästeführerin mit Schwerpunkt jüdisches Worms, als Mitorganisatorin der Bürgerreisen nach Tiberias, als Initiatorin der museumspädagogischen Arbeit im und für das Raschi-Haus.
Sie wirkte aktiv im museumspädagogischen Arbeitskreis des Vereins mit, der u.a.
Quiz-Aufgaben für junge Raschi-Haus-Besucher erdachte und den „Jacobs Koffer“ konzipierte. Wenn Schulklassen das Raschi-Haus besuchten, dann konnten sie mit dem darin enthaltenen authentischen Anschauungsmaterial jüdische Rituale praktisch nachvollziehen. Traudel Mattes und andere Mitglieder des Arbeitskreises begleiteten die Schulklassen durch das Raschi-Haus.
Im Übrigen wirkte sie mit an der Erstellung von Handreichungen für Lehrer zum Thema „Juden in Rheinland-Pfalz“.
Eine ihrer letzten Aktivitäten als Vorstandsmitglied war die Mitwirkung bei der Erstellung der Neuauflage der Warmaisa-Flyer im Jahr 2017. Im Folgejahr zog sie sich aus dem Vorstand zurück, war aber auch weiterhin treue Teilnehmerin an den Stammtischtreffen und Tacheles-Abenden.
Traudel Mattes war eine kluge, sehr engagierte Persönlichkeit, eine geschätzte Gesprächspartnerin mit viel Humor; und wer sie persönlich erlebt hat, wird sicher ihren strahlenden Gesichtsausdruck in bester Erinnerung behalten.
Warmaisa-Vorstandmitglieder
Gerhard Schwab,
Karin Drach,
Rudolf Hauser,
Michael Steiner,
Guido Frohnhäuser,
Inga May
