Am Donnerstag, 13. November 2025 griffen die Künstlerinnen Laura Evangelisti und Beatrice Risiglione den Gedanken Gunter Demnigs auf, Stolpersteine als ‚lebendige Skulptur‘ zu verstehen und zogen in der sehr gut besetzten Aula des Gauß-Gymnasiums Worms alle Zuschauer in ihren Bann.

Foto: Nikole Metzdorf

Foto: Claudia Zuber

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Foto: Gerhard Schwab

Foto: Gerhard Schwab

Foto: Laura Evangelisti
Nach der Vorstellung: Kommentare von Schülerinnen und Schülern
- „Ich fand den Tanz sehr eindrucksvoll und in seiner Länge passend. Die Einführungsrede wirkte jedoch etwas ausführlich, auch wenn das Vorwissen hilfreich ist, um das Stück besser zu verstehen. Insgesamt war der Tanz eine gelungene Möglichkeit, an die Opfer des NS-Regimes zu erinnern, da er sehr eindrucksvoll im Gedächtnis bleibt.“
- „Ich habe die Vorstellung am 13.11.25 besucht und sie war etwas ganz Neues und sehr Interessantes. Durch die Tänzerinnen konnte man vieles deuten und verschiedene Gefühle nachvollziehen, denn die ganze Aufführung war sehr emotional gestaltet. Die Mimik, die Gestik und auch die Musik haben miteinander gesprochen, ohne dass ein einziges Wort gesagt wurde, was die Wirkung noch stärker gemacht hat. Während der Vorstellung hat man viel gefühlt, da die Atmosphäre sehr eindrucksvoll und intensiv war. Besonders beeindruckt hat mich, wie klar die Botschaften über Bewegung, Ausdruck und Zusammenspiel vermittelt wurden. Diese Vorstellung sollte man auch in den nächsten Jahren beibehalten, denn sie trägt eine wirklich wichtige und wertvolle Botschaft, die jeden Zuschauer erreichen kann.“
- „Ich fand die Tanz- Show am 13.11. wirklich super! Die möglichen Emotionen der damaligen Zeit konnten durch die Tänze wirklich gut verdeutlicht werden und haben eine große Message mitgegeben. Ich würde so etwas für die nächsten Jahre auf jeden Fall immer weiterempfehlen :)“
- „Ich war von der Tanz-Show am 13.11.2025 besonders überrascht. Ich fand es sinnvoll mal ein Tanz, statt eine Rede zu erleben, weil man einfach besser zuhören kann. Ich persönlich bin nach einer Zeit uninteressiert, wenn ich bei Reden zuhören muss, jedoch fand ich den Tanz interessant. Mir hat vor allem gefallen, dass man durch die Stimme im Hintergrund und die Hintergrundmusik, die Gefühlslage mitspüren konnte. Auf jeden Fall empfehlenswert.“
Die Tänzerinnen Laura Evangelisti und Beatrice Risiglione „erzählen“ in ihrer Tanzperformance von ihrer Begegnung mit Stolpersteinen und den Schicksalen, die dahinterstehen.
Dazu beziehen sie sich auf konkrete Geschichten: „Orli“ z.B. stammte aus einer kommunistisch geprägten Trierer Familie. Sie überlebte das KZ Ravensbrück, starb aber an ihren tiefen seelischen Verwundungen. „Henriette“ wurde im Rahmen der ‚Aktion T4‘ in Hadamar ermordet. Das Schicksal von Sinti und Roma wird ebenfalls beispielhaft thematisiert.
Das musikalische Repertoire umfasst Auszüge aus klassischen und modernen Kompositionen sowie aus berühmten Soundtracks von Williams und Perlmann, Sequenzen von Bach, Chopin, Johann Johannsson, Werner Raditschnig, Hans Zimmer, Faaraò sowie Gipsy-Musik.
Laura Evangelisti, 24 Jahre alt, begann ihre Tanzausbildung in Bologna und nach Stationen in Florenz und Berlin ist sie seit 2019 Mitglied des Tanzensembles des Trierer Theaters. Sie choreographierte bereits mehrere eigene Stücke.
Beatrice Risiglione, 23 Jahre alt, begann ihre Tanzausbildung in Bergamo, führte sie später in Lausanne und Paris weiter; auch Beatrice Risiglione ist Mitglied des Tanzensembles des Trierer Theaters. Sie ließ sich anrühren von den zerstörten Lebensgeschichten und unerfüllten Träumen, die sich hinter den Inschriften der Stolpersteine verbergen. Die Namen trägt sie in ihr Notizbuch ein, um sich mit den Lebensgeschichten auseinanderzusetzen und durch Kunst gegen das Vergessen anzugehen.
Dr. Kallmann, Direktor des Gauß-Gymnasiums und Karin Drach, 2. Vorsitzende von Warmaisa e.V. eröffneten den Abend. Initiator der Veranstaltung ist der Kulturverein Kürenz e.V. aus Trier und dessen 1. Vorsitzender Dr. Johannes Verbeek führte in das Thema ein.
Die Tanz-Performance Stolpersteine bewegen wird durch die Stadt Trier und das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Gauß-Gymnasium stelle seine Aula zur Verfügung und Warmaisa e.V. lud die Beteiligten und alle Zuschauer ein.
