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Finden Sie die Stolpersteine im Stadtgebiet!

Warmaisa e.V. hat fast alle bisher in Worms verlegten Stolpersteine in die Stolperstein-App der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft (siehe unten) eingepflegt. Laden Sie sich diese App auf ihr Smartphone und finden Sie so alle Wormser Stolpersteine mit den dazugehörigen Kurzbiografien der jüdischen Mitbürger.

https://stolpersteine-guide.de/

Es handelt sich um ein Projekt der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft mit Peter Nürnberger und Kim-Julian Becker in Kooperation mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, gefördert aus Mitteln des Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur.

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Stolpersteine

Stolpersteine

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Warmaisa e.V. hat fast alle bisher in Worms verlegten Stolpersteine in die Stolperstein-App der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft (siehe unten) eingepflegt. Laden Sie sich diese App auf ihr Smartphone und finden Sie so alle Wormser Stolpersteine mit den dazugehörigen Kurzbiografien der jüdischen Mitbürger.

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Die 10. Klässler der Karmeliter-Realschule Plus polieren Stolpersteine – Stolpersteine gegen das Vergessen

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas.

‚Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist‘, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. (www.stolpersteine.eu)

Am 9.11.2023 fand wieder der Gedenktag zur Reichspogromnacht statt. Deshalb haben sich die Klassen 10b und 10a von der Karmeliter-Realschule Plus auf den Weg in die Stadt gemacht, um die Stolpersteine in der Stadt zu säubern. Mit Putzmitteln ausgestattet, die von der Warmaisa Worms gestiftet wurden, haben die Schüler und Schülerinnen die Stolpersteine gesäubert und poliert. Die Schüler blieben natürlich nicht unentdeckt und wurden von einigen Passanten angesprochen und durften sich deren Geschichte anhören. Auch haben die Schüler und Schülerinnen „den Gründer“ der Warmaisa – Roland Graser – kennengelernt, der ihnen zusätzliche Infos zu den Stolpersteinen geben konnte.

Die Schüler und Schülerinnen konnten durch diese Aktion aktive Arbeit gegen das Vergessen leisten und haben sich zusätzlich mit der Geschichte auseinandergesetzt.  

Als Schule bedanken wir uns für die Unterstützung von Warmaisa e.V.!

(Artikel von: Joana Vogt und Milena Zacharias-Walter, Lehrerinnen der Karmeliter-Realschule Plus in Worms)

Foto: Joana Vogt

Foto: Joana Vogt

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Die 17. Stolpersteinverlegung fand am 6. Februar 2023 statt.

Kleine Foto-Auswahl von dieser Verlegung:

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Am Morgen des 6. November 2006 begann Gunter Demnig in Worms in der Judengasse mit der Verlegung der ersten „Stolpersteine“. Worms ist die 191. Gemeinde, die Teil dieses dezentralen Denkmals wird. WARMAISA, Initiator der Aktion , sieht darin auch einen Beitrag zum Gedenken an die Pogromnacht 1938.

Verlegung der Stolpersteine in der Kämmererstraße 6 (Foto: Ulrike Schäfer)

Im „Wormser Wochenblatt“ schrieb Ulrike Schäfer am 8. November:

„“Eine große Menschenmenge, rund 80 Leute, umstanden den Kölner Künstler Gunter Demnig, als er am Montagmorgen …die ersten Stolpersteine zu verlegen begann……..’Möge ihre Seele eingebunden sein in das Bündel des Lebens‘, beendete Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz, ihre kurze Gedenkansprache.

Sechs Stationen hatte der Verein Warmaisa zum Auftakt dieser Aktion ausgewählt und vorbereitet, und Dr. Fritz Reuter, der bei jedem Standort mit großem Einfühlungsvermögen etwas über die Bewohner erzählte, enthüllte unfassbare Tragödien…..

Oberbürgermeister Kissel, der bei den ersten Stationen dabei war, dankte dem Verein Warmaisa, dass er sich für diese Aktion gegen das ‚Vergessen und das Verdrängen‘ stark gemacht habe. ‚Sie geben der Stadt ein Stück verlorener Ehre zurück‘, sagte er tief bewegt. Die Menschen damals hätten sich gewünscht, dass man sich schützend um sie gestellt hätte, fuhr er fort…..

Roland Graser, Vorsitzender von Warmaisa,  der das Projekt mit langem Atem betrieben hatte, verglich das ‚dezentrale Denkmal‘ in Worms und anderen Orten mit statischen Großdenkmälern. Dieses Mahnmal wachse immer weiter.

Auch der Künstler Gunter Demnig betonte diesen Aspekt. ‚Diese Aktion ist nicht von oben verordnet. Sie ist ein Geschenk der Bürger an die Stadt‘, sagte er.“

Bis zum Montagmorgen hatten sich Spender für 74 Steine gemeldet, mittlerweile sind zwei neue dazugekommen. Die Aktion wird im Mai und September fortgesetzt.““

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2024

Rückblick

Dieser Artikel zu umgekippten Grabsteinen auf dem Heiligen Sand könnte Sie interessieren:

Am 2.4.2024 schrieb unser Vereinsmitglied Ulrike Schäfer folgenden Artikel in der Wormser Zeitung:

„Absperrband als Lösung“

„Absperrband als Lösung Niemand kümmert sich um den auf dem Heiligen Sand umgefallenen Granit-Grabstein der Familie Kuhn / Jetzt weiterer Stein umgekippt Von Ulrike Schäfer WORMS. Der Heilige Sand liegt in der warmen Frühlingssonne. Zart schimmern die Blätter der alten Bäume. Das Gras, sorgfältig gepflegt, leuchtet in saftigem Grün. Einzelne Besucher folgen den Wegen, bleiben da und dort stehen, um sich in das schöne Bild zu vertiefen, genießen die Ruhe, die die ehrwürdige Begräbnisstätte ausstrahlt. Dr. Josef Mattes, ehemaliger Vorsitzender des Altertumsvereins, der mit diesem Ort bestens vertraut ist, geht an diesem Nachmittag aus einem besonderen Grund hierher. Er will nachschauen, ob der große schwarze Granit-Grabstein der Familie Kuhn, der umgestürzt war und dabei den Stein davor verschoben hat, wiederaufgerichtet ist. 1673 Grabsteine auf älterem Friedhofsteil sind erfasst Lange bevor die SchUM-Stätten 2022 als Unesco-Welterbe anerkannt wurden, hat sich der Altertumsverein intensiv für den Erhalt und die Erforschung des Friedhofs eingesetzt und dafür auch erhebliche Mittel aufgewendet, denn der Heilige Sand ist wegen seines Alters – der älteste bisher entdeckte Grabstein stammt aus dem Jahr 1058/1059 –, wegen der Jahrhunderte langen, ununterbrochenen Belegung, den Grabmälern berühmter Persönlichkeiten und wegen des beispiellos reichen Inschriftenmaterials nicht nur für die jüdische Welt von großer Bedeutung. Dass dieses wertvolle Material erschlossen wird und erhalten bleibt, war schon früheren Generationen ein Anliegen. 1854 erfasste der Rabbiner und Historiker Ludwig Lewysohn eine Auswahl von Inschriften auf den Grabsteinen. Julius Rosenthal und Samson Rothschild führten ab 1893 die Arbeit fort beziehungsweise vertieften sie. Durch sie wissen wir von Steinen, die heute nicht mehr existieren. In den letzten 20 Jahren hat sich der Judaist, Professor Dr. Michael Brocke vom Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen, damit beschäftigt und sämtliche noch vorhandenen 1673 Grabsteine auf dem älteren Teil des Friedhofs erfasst und, soweit es wegen fortschreitender Verwitterung möglich war, auch entziffert. Diese Arbeit war nur erfolgreich, weil Mitglieder des Altertumsvereins und des Vereins Warmaisa mehrfach mit warmem Wasser und weichen Bürsten Moos und Flechten von vielen Grabsteinen entfernten, sodass sie fotografier- und lesbar waren. „Wir haben das immer in Absprache mit Jüdischen Gemeinde Mainz, zu der auch Worms gehört, gemacht und auch mit der Denkmalpflege abgeklärt“, sagt Josef Mattes. „Rabbiner Aharon Vernikovsky hatte auch nie Einwände.“ Doch heute will niemand mehr etwas davon wissen. Seit der Antragstellung auf Welterbe sei die Reinigung der Steine nicht mehr erlaubt, bedauert Mattes. Man begründe das mit der jüdischen Vorschrift, Veränderungen an den Steinen würden die Totenruhe stören. Ob das eine Tradition oder ein im jüdischen Gesetz festgelegtes Gebot sei, wisse er nicht. Längst sind die Steine wieder mit Moos überzogen. „Das ist vor allem so der Fall bei den Grabmalen vor dem Wall, auf dem sich der neuere Teil des Friedhofs befindet“, erläutert Mattes. „Hier staut sich die Feuchtigkeit, was zur raschen Vermoosung beiträgt.“ Doch noch mehr als der erneute Bewuchs der Steine bekümmert den 85-Jährigen, dass umgefallene Steine nicht wieder aufgerichtet werden wie das Grabmal der Familie Kuhn. Es liegt immer noch im Gras, wie er enttäuscht feststellt. Man kann nicht einmal lesen, um welche Kuhns es sich handelt, weil der Stein mit der Schriftseite nach unten liegt. Er habe sich schon an alle möglichen Stellen mit der Bitte um Abhilfe gewendet, erzählt Mattes, aber nichts sei passiert. Man hat die Gefahrenstelle lediglich durch ein Absperrband gesichert. Sandstein der Witwe des Märtyrers Mosche Halevi Auf dem Rückweg entdeckt Mattes einen weiteren Stein, der umgefallen ist. Dieses Mal handelt es sich um einen rötlichen Sandstein, der wohl kein Fundament hatte. Er wurde laut Brocke für die betagte Witwe Mina, die Tochter des Märtyrers Mosche Halevi, aufgestellt, die 1417 verstorben ist. Derzeit sind Umrandung und Inschrift wieder von Moos überwuchert. Auch das wird Mattes den verantwortlichen Stellen nun mitteilen und hofft, dass bald etwas geschieht. Die sämtlichen von Professor Brocke erfassten Steine sind mit Inschrift, Erläuterung und Foto im epidat-Archiv des Steinheim-Instituts zu finden. Die Forschungsergebnisse in Buchform, vom Altertumsverein finanziert, werden schon seit Längerem sehnsüchtig erwartet. Josef Mattes ist optimistisch, denn er hat die Zusage, dass die Publikation in nächster Zeit endlich erscheinen wird.“

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Ausflug der 10. Klassen der Karmeliter-Realschule plus zum KZ Struthof im Elsass am 14.03.2024

Artikel von Frau Joana Vogt, verantwortliche Lehrerin der Karmeliter-Realschule plus in Worms:

„Schüler der Karmeliter Realschule plus besuchen das KZ Struthof

Zur Zeit wird in den 10. Klassen der KRS+ das Thema Nationalsozialismus behandelt. Seit Beginn dieses Themas zeigten die Schülerinnen und Schüler ein großes Interesse an der gesamten Thematik. Auf Grund dessen knüpfte die Lehrerin Frau Vogt bereits am 9. November 2023 den Kontakt mit der Warmaisa e.V.  als zum Gedenktag der Reichskristallnacht die Stolpersteine in der Stadt von den Schülerinnen und Schülern gesäubert wurden. Als die Warmaisa erfuhr, dass eine Fahrt in KZ Struthof/Natzweiler geplant wird, wurde sich sofort bereit erklärt der Schule diese Exkursion komplett zu finanzieren.

Am 14. März 2024 fuhren nun die 10. Klässler nach Natzweiler und besuchten dort die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers. Von ihren Lehrern angeleitet, durchliefen die Schülerinnen und Schüler die Wege, welche die Häftlinge damals bewerkstelligen mussten und besuchten ehemalige Baracken, unter anderem die Krematoriumsbaracke und die Gefängnisbaracke. Die Lernenden waren an manchen Stellen sehr betroffen, stellten aber auch sehr viele Fragen. Besonders das Haus des ehemaligen Kommandanten, zu welchem ein großes Schwimmbad gehörte, zeigte den Schülerinnen und Schülern die Grausamkeit dieses Ortes auf: „Wie konnte man Party machen, wenn nebenan Menschen gequält und getötet wurden?“. 

Wir als Schule bedanken uns bei der Warmaisa e.V. Worms für die Finanzierung dieser Exkursion und auch bei Frau May, die uns an diesem Tag begleitete und den Schülerinnen und Schülern viele Fragen beantwortete.“

Foto: Joana Vogt

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„Alter und neuer Antisemitismus – von den Protokollen der Weisen von Zion bis zur Charta der Hamas“ mit Prof. Dr. Andreas Lehnardt

Am 1.2.2024 schrieb Ulrike Schäfer in der Wormser Zeitung dazu folgenden Artikel:

Professor klärt über Ursprünge des Antisemitismus auf

Von Ulrike Schäfer

WORMS. Am liebsten hätte Dr. Andreas Lehnhardt, Professor für Judaistik der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität Mainz, darüber gesprochen, welche Bereicherung die Juden über Jahrhunderte für Deutschland waren; der Verein Warmaisa hatte ihn jedoch eingeladen, um über den Ursprung des Antisemitismus im 19. Jahrhundert und sein aggressives Auftreten nach dem 7. Oktober 2023 zu sprechen. Das Thema interessierte so sehr, dass zur Freude des Vereinsvorsitzenden Patrick Mais im Liebfrauensaal des Kulturzentrums sogar noch weitere Stühle gestellt werden mussten.

Lehnhardt schickte voraus, dass er den Begriff Antisemitismus, eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, nicht für sehr passend halte. Die Phobie gegen Juden sei zutreffender mit Judenhass zu bezeichnen. Sie sei wie eine kulturelle Psychose, die leider nicht in einer Generation zu beheben sei. Sie lasse sich allenfalls eindämmen.

Im Zentrum seines Vortrags standen die 1868 erstmals veröffentlichten „Protokolle der Weisen von Zion“. Es handelt sich um ein Sammelwerk, dessen Kern aus dem Buch „Biarritz“ von Sir John Ratcliffe (Hermann Goedsche) stammt. Geschildert wird darin eine fiktive jüdische Geheimkonferenz auf dem Friedhof in Prag, die Beschlüsse fasst, um die jüdische Weltherrschaft zu erringen. Zwar wurde das Pamphlet eindeutig als böswillige Fälschung entlarvt, doch es verbreitete sich trotzdem rasch. 1878 erschien es in russischer Sprache. Die erste deutsche Übersetzung besorgte 1919 Gottfried zur Beek (Pseudonym des Ludwig Müller).

Pamphlet von 1868 führte zu Verschwörungstheorien

Allein zwischen 1920 und 1938 brachte es diese Version auf 22 Auflagen. Der NS-Welt-Dienst nutzte den Kern des Falsifikats, um eine gefährliche Verschwörungslegende zu konstruieren, die die Ängste der Menschen schürte. So wurde behauptet, die Juden hätten große Städte untertunnelt, um sie, wenn die Zeit gekommen sei, in die Luft zu sprengen.

Die „Weisen“ wurden von Europa aus in den arabischen Staaten weit verbreitet. Im Artikel 22 der Charta der Hamas von 1988 finden sich Sätze, wie: Die Juden hätten gewaltige Reichtümer angehäuft, um ihren Traum (von der Weltherrschaft) zu verwirklichen. Sie kontrollierten die Weltpresse und zettelten in verschiedensten Teilen der Erde Revolutionen an, um ihr Ziel zu erreichen. Seit 2017 gibt es zwar eine neue Charta der Hamas, so Lehnhardt, die alte gelte aber weiterhin.

Der Israelkenner führte im Einzelnen aus, wo die Fälschung, oft verwoben mit Sätzen eines orthodox interpretierten Korans, kursiert. Bis heute finden die Texte auch bei in Deutschland lebenden Palästinensern und der extrem Rechten Verbreitung. 2006 waren sie auf der Frankfurter Buchmesse und 2023 angeblich aus Versehen im Schaufenster des Zentralrats der Palästinenser in Berlin ausgelegt.

Im Anschluss an den Vortrag Lehnhardts wurden viele Fragen zur aktuellen Situation in Nahost gestellt. Der Referent erwies sich auch hier als kompetenter Kenner. Wunsch mancher Zuhörer: Dass er bald wiederkommt, um über die jüdische Blütezeit in Worms zu sprechen.“

Der Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und seine Folgen lassen sich noch nicht recht einordnen und Vergleiche mit vorangegangenen Verbrechen werfen allesamt Fragen auf. Von verschiedener Seite wurde dabei betont, dass im Verlauf der von der Hamas initiierten Massaker an einem Tag so viele Jüdinnen und Juden ermordet wurden wie an keinem anderen Tag seit der Shoah. Ist es angesichts dieses Vergleichs und eingedenk der aktuellen Folgen des Angriffs überhaupt möglich, wie in den vergangenen Jahren einfach der Opfer des Holocaust zu gedenken, ohne auf die Verbrechen an Jüdinnen und Juden Bezug zu nehmen? Der Beitrag von Prof. Andreas Lehnardt, Inhaber des Lehrstuhls für Judaistik an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, möchte auf einige aktuelle Aspekte des alten europäischen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts eingehen, und sie mit Motiven und Stereotypen in Schriften und Äußerungen der Hamas und anderer palästinensischer Organisationen sowie populären arabischen TV-Serien in Beziehung setzen. Ausgehend von den ominösen Protokollen der Weisen von Zion, die aus einer Fälscherwerkstatt des zaristischen Geheimdienstes stammen und die vermeintliche Pläne zur Übernahme der Weltherrschaft skizzieren, soll den Motiven für den erneut auch auf den Straßen und Plätzen in Deutschland sichtbaren Judenhass nachgegangen werden. Welche Ideen und Vorstellungen können als Erklärungsrahmen für den grausamen Ausbruch von Hass und Gewalt herangezogen werden? Lassen sich Zusammenhänge rekonstruieren, wenn in (einer Version) der Charta der Hamas aus dem Jahr 1988 auf die erwähnten Protokolle Bezug genommen wird – alte islamische Traditionen vom Zusammenleben mit den „Schriftvölkern“ jedoch vergessen scheinen?

Text von Prof. Andreas Lehnardt

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Hugo Mann (1883 – 1979), Ingeburg Inge Davidson geb. Mann (*1930), Mathilde Mann geb. Feibelmann (1899 – 1973)

Familie Hugo Mann wohnte in Worms-Pfiffligheim, Landgrafenstraße 18.

Hugo Mann entstammte einer alten Pfiffligheimer Familie. Er war der Sohn des Viehhändlers Alexander Mann und Frau Sybilla geb. Löb. Hugo Mann war zusammen mit seinem Bruder Alfred (Wormser Juden: s. Mann I) (Warmaisa Stolpersteine: s. Familie Alfred Mann) Inhaber des väterlichen Geschäfts, der VIEHHANDLUNG ALEXANDER MANN, SÖHNE, Landgrafenstraße 18. Die Firma betrieb auch Immobilien-Angelegenheiten. Sie war in Worms und Umgebung sehr bekannt.

Schon bald nach Beginn des Dritten Reiches drangen SA-Männer gewaltsam in Hugo Manns Wohnung ein, misshandelten ihn und schlugen ihn blutig. Auch seine Frau wurde nicht verschont, doch gelang ihr, telefonisch die Polizei herbeizurufen. Durch deren Eingreifen wurde Schlimmeres verhindert, Hugo Mann wurde in Schutzhaft genommen.

„Bin der festen Überzeugung, wenn die Gestapo nicht gekommen wäre, dass diese Bande mich mitgeschleppt hätte. Ob ich davongekommen wäre, ist für mich eine Frage, da ich so manches hörte, was angerichtet wurde.“ (Brief Hugo Mann).

Hugo Manns Bruder Alfred wurde über diesen Vorfall, und weil ihm ähnliche Misshandlung angedroht worden war, sehr krank, er starb am 25.6.1933 (s. Mann I).

Beim Kristallnacht-Pogrom am 10.11.1938 wurde auch Hugo Manns Haus schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Verwüstungen waren so schlimm, dass die Familie nicht mehr hier wohnen konnte. Sie ging nach Mannheim zu den Eltern der Ehefrau. Abmeldung erfolgte am 3.12.1938.

Im Januar 1940 emigrierte Hugo Mann mit Frau und Tochter in die USA. Am 13.7.1973 starb Mathilde Mann geb. Feibelmann in Los Angeles. Hugo Mann starb am 1.9.1979.

Tochter Ingeburg Inge Davidson lebt in Los Angeles, sie hat zwei Töchter.

Quellen:

Adressbücher, KEM, AK-VHS, Brief von Herrn Hugo Mann vom 30.12.1965; Detlev Johannes: „Wormser Heimat in Erinnerungen s. 79 ff. Gespräch mit Frau Inge Davidson, geb. Mann, am 26.8.1985, Dokumentation Annelore und Karl Schlösser http://www.wormserjuden.de/

Die Steine liegen vor dem Haus Worms-Pfiffligheim, Landgrafenstr. 18.

Bernhard Spies (*1883), Else Spies, geb. Samuel (*1888), Gerhard Spies (1916 – 2007), Heinz Spies (*1918), Hella Helene Spies (*1919)

In der Köhlerstraße 10 wohnte bis zum Novemberpogrom 1938 Familie Spies.

Für Bernhard Spies, seine Ehefrau Else Spies, geb. Samuel, und ihre drei Kinder Gerhard, Heinz und Hella Helene, die alle in Worms geboren wurden, wurden insgesamt fünf Stolpersteine verlegt.

Bernhard Spies wurde am 14.3.1883 in Biblis geboren und ließ sich 1913 endgültig in Worms als Kaufmann nieder. Weil er als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg eine Beinverletzung erlitt, wurde er aus dem Militärdienst entlassen. Er heiratete am 28.2.1916 Else Samuel, geb. am 3.9.1888 in Stolp/Pommern (Polen). Das Ehepaar hatte drei Kinder: Gerhard Spies, geb. 31.12.1916, Heinz Spies, geb. 27.5.1918, und Hella Helene Spies, geb. 11.11.1919.

In seinem Haus in der Huttenstraße 9, das er bei seiner Eheschließung 1916 bezog, stellte Bernhard Spies einige Jahre lang ein Blutstillungsmittel her, gründete dann aber 1920 eine Ledergroßhandlung in der Dalbergstraße 4. Seit 1927 wohnte die Familie hier in der Köhlerstraße 10 in ihrem eigenen Haus, bis dieses beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern vollständig verwüstet und zerstört wurde. Bis zu ihrer Flucht in die USA im November 1939 wohnte das Ehepaar ab dem 4.5.1939 in der Kriemhildenstraße 20 in Worms.

Bernhard Spies war von 1933 – 1939 Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde Worms. Am 10.11.1938 war er bei der Zerstörung der 900 Jahre alte Wormser Synagoge anwesend. Er informierte den Rabbiner Dr. Frank über den Brand, wurde aber am gleichen Tag verhaftet und mit insgesamt 87 jüdischen Männern aus Worms und Umgebung ins KZ Buchenwald gebracht.

Frau Else Spies wurde damals vorübergehend in Worms inhaftiert, vielleicht weil sie an der brennenden Synagoge versuchte, Kultgegenstände und Wertsachen zu retten. Inzwischen wurde ihre Wohnung in der Köhlerstraße 10 von SA-Männern total verwüstet.

Else Spies hatte eine bedeutende Rolle in der Gemeinde inne. Auch nach 1933 war sie vielfältig ehrenamtlich tätig. Sie gründete die Zionistische Ortsgruppe, die Hechaluz, in Worms und half mit Rat und Tat über jüdische Hilfsorganisationen Wormser Familien bei der Auswanderung.

In einem mehrseitigen Text ,,Jugenderinnerungen‘‘ hat Gerd Spies seine Eltern charakterisiert:

,,Meine Mutter war Zionistin seit 1916. Mein Vater, bewusster Jude, sehr religiös erzogen, aber andererseits gut assimiliert, war sich der deutschen Geschichte sehr bewusst und wollte Hitler überleben, und zwar in Worms.‘‘

Nach der Rückkehr ihres Mannes aus der KZ-Haft Buchenwald, bemühten sich die Eheleute um eine Auswanderung in die USA. Der Lift mit der letzten Habe, der nach dem Novemberpogrom und Beschlagnahme noch übrig war, stand fertig gepackt bei der Spedition Schuch. Jedoch ist dieser Lift nie von Worms abgegangen. So kamen die Eheleute Spies mit zwei Koffern in den USA an, nachdem sie im November 1939 über Holland ausgereist waren. Auch in der Emigration kümmerte sich Else Spies weiter um die Not der in Deutschland Zurückgebliebenen.

Bernhard Spies starb bald nach dem Krieg, seine Frau jedoch hat in den Nachkriegsjahren Worms öfter besucht.

Der älteste Sohn Gerhard Spiesmeldete sich am 29.4.1936 nach Zürich ab, um in Bern zu studieren. Von der Schweiz aus ging er nach Italien, doch als sich auch dort im Faschismus antisemitische Ansätze zeigten, hielt er sich ein halbes Jahr illegal in Paris auf und studierte an der Sorbonne. Gerade noch rechtzeitig vor Kriegsbeginn, im August 1939, erhielt er sein Visum und konnte am 10.9. Frankreich nach den USA verlassen. Gerhard Spies lebte verheiratet in New York, besuchte Worms regelmäßig und hatte viele Kontakte in seine alte Heimat. Seit 1961 kam er alle zwei Jahre nach Worms, und hat als Förderer und Unterstützer der WARMAISA viele Briefe geschrieben. Er verstarb am 15.9.2007 in Mamaroneck, USA.

Heinz Spies war vom 24.11.1936 bis 5.8.1938 in Turin (Italien) zum Studieren. Er kehrte einmal nach Worms zurück, aber nur um am 18.9.1939 als Erster der Familie nach New York zu emigrieren. Bekannt ist noch, dass er mit seiner Familie in Centerport, Long Island, lebte.

Hella Spies war am 29.4.1936 nach München abgemeldet worden. In einem Brief schildert sie, warum sie mitten im Schuljahr das heutige Eleonoren-Gymnasium verlassen musste.

,,Ich musste mitten im Schuljahr aus der Eleonorenschule gehen, weil ich unter dem Antisemitismus der Lehrer und der Mitschüler(innen) zu sehr litt.‘‘ 

Im Dezember 1937 kam sie von Berlin nach Worms zurück, um sich dann am 9.5.1939 nach Urfeld bei Köln abzumelden, wo sie sich auf einem landwirtschaftlichen Lehrgang für die Auswanderung nach Palästina vorbereitete.

Vom 3.1.1940 bis 1.2.1940 wohnte sie noch einmal in Worms bei ihrer Tante Dr. Elisabeth Spies, Lutherplatz 5 (in Auschwitz ermordet, der Stolperstein liegt im Lutherring 23 rechts vom Eingang zu Nr. 25).

Obwohl schon länger als ein Jahr Krieg war, konnte Hella Spies im August 1940 Deutschland noch verlassen. Donauabwärts bis ans Schwarze Meer, dann durch die Meerengen und die Ägäis gelangte sie im November 1940 schließlich in die Bucht von Haifa. Hier aber verwehrten die britischen Mandatsbehörden den Ankömmlingen die Einreise nach Palästina und sie wurde auf der „Patria“ nach Mauritius abgeschoben. Dieses Schiff explodierte jedoch am 25.11.1940 und sank. Hella überlebte. Nach einem Jahr im Internierungslager Atlith b. Haifa wurde sie endgültig in Palästina aufgenommen, das ihr zur neuen Heimat wurde. Ihr letzter bekannter Wohnort ist Jerusalem.

 Verlesen und bearbeitet von Gesa Heppener.

Quellen:

  • http://www.wormserjuden.de/ , Dokumentation Annelore und Karl Schlösser
  • https://www.warmaisa.de/stolpersteine/spies-dr-med-elisabeth/
  • Vergiss uns nicht…Stolpersteine in Worms, Worms Verlag, 2009
  • Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms, Fritz Reuter, 2009
  • Der Wormsgau, 28. Band, Wissenschaftliche Zeitschrift der Stadt Worms und des Altertumsvereins e.V., 2010/2011
  • Keiner blieb verschont, Annelore und Karl Schlösser, Verlag Stadtarchiv Worms, 1987

Die Steine liegen vor dem Haus Köhlerstr. 10.

Karoline Pfälzer, geb. Metzger (1870 – 1943), Johanna Rosenthal, geb. Isaak (1863 – 1942) und Julius Kahn (1867 – 1943)

Karoline Pfälzer, eine geborene Metzger, geb. am 24.9.1870 in Abenheim, stammte aus einer Großfamilie. Sie war eine Tochter des Metzgermeisters Ludwig Metzger und seiner Frau Johanna geb. Wolf, die Mitte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts von Abenheim nach Worms gezogen waren und hier in der Schlossergasse 22 eine Metzgerei betrieben. Die Eheleute Ludwig Metzger hatten 10 Kinder, 4 Söhne und 6 Töchter. Die Familie war in Worms unter dem Namen „Metzger Metzger“ sehr bekannt.

Karoline Pfälzer betrieb vor dem 1. Weltkrieg in der Kaiser-Wilhelm-Straße 19 das „Wormatia Leibbindengeschäft“. Sie war verheiratet mit Salomon Pfälzer, geboren am 5.7.1868 in Hemsbach.

Die Eheleute Pfälzer wohnten seit 1914 in Worms am Lutherplatz 1.

Salomon Pfälzer war als Kind mit seinen Eltern nach Worms gekommen. Sein Vater Ludwig Pfälzer hatte sich Mitte der siebziger Jahre als Zigarettenfabrikant in der Promenadenstraße 75 niedergelassen. 1885 war er Geflügel- und Wildbrethändler. Auch Salomon Pfälzer war von 1893 an als Wildbrethändler gemeldet. 1899 hatte Ludwig Pfälzer ein Agenturgeschäft, bei dem Salomon als Prokurist arbeitete. Nach dem Tod seines Vaters war Salomon Pfälzer Alleininhaber einer Agentur für Immobilien und Hypotheken, zunächst in der Kaiser-Wilhelm-Straße 19, ab 1914 bis zu seinem Tod am 15.7.1931 am Lutherplatz 1.

Nach dem Tod ihres Ehemanns ging Karoline Pfälzer in das jüdische Altersheim Hintere Judengasse 6. Dort waren um diese Zeit etwa 10 Insassen (Pfründner) untergebracht.

Als Folge der nationalsozialistischen Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung wurde durch zwangsweise Einweisungen bis zur menschenunwürdigsten Überbelegung der Aufenthalt im jüdischen Altersheim immer unerträglicher[1].

Am 27.9.1942 wurde Karoline Pfälzer über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert[2], zusammen mit ihrem Bruder Leo Metzger und dessen Ehefrau Rosa. Karoline Pfälzer starb in Theresienstadt am 1.4.1943[3].

Johanna Rosenthal wurde als Johanna Isaak am 9.4.1863 in Worms geboren. Sie war die Tochter des Lehrers und Kantors Reimund Isaak und dessen Ehefrau Jakobine, die seit etwa 1858 in Worms in der  Judengasse 22 lebten.
Johanna Isaak heiratete den Kantor Julius Rosenthal, geb. am 19.8.1863 in Bierstein.

Julius Rosenthal scheint um 1890, vielleicht durch seine Heirat, nach Worms gekommen zu sein. Er steht erstmals im Adressbuch 1891 als Schächter in der Judengasse 57. 1897 wohnte die Familie in der Löwengasse 1, ab 1910 bis 1913 in der Gaustraße 69.

Seit 1913 wohnte die Familie Rosenthal in der Moltke-Anlage 10 (heute Adenauerring).

Julius Rosenthal hat sich als Kantor der Wormser jüdischen Gemeinde offenbar in langjähriger Tätigkeit Verdienste erworben, denn er wurde später zum Ehrenkantor ernannt. 1933 ist er als Geschäftsführer gemeldet, ohne nähere Angaben über diese Tätigkeit. Er war damals bereits 70 Jahre alt. Er starb am 11.7.1934 in Worms.

Die Eheleute Rosenthal hatten zwei Söhne: Siegfried, geb. am 23.1.1891 und Richard, geb. am 2.2.1892.
Siegfried Rosenthal war selbständiger Kaufmann, er betrieb eine Darm-, Gewürz-, und Metzgerei-Artikel-Handlung im städtischen Schlachthof. 1936 verließ er zusammen mit seiner Frau Rena Worms und emigrierte nach Johannesburg/Südafrika.

Richard Rosenthal kehrte nach seinen Studienjahren wieder hierher zurück und ließ sich 1920 als Arzt in unserer Stadt nieder. Er war in Worms bekannt, seine Praxis befand sich in der Moltke-Anlage 8.

Schon bald nach Beginn des Dritten Reiches verließ er mit seiner Familie Worms und emigrierte Mitte 1933 ins Elsass. Die Emigration hatte der gesamten Familie keine Sicherheit gebracht. Dr. Rosenthal wurde am 17.12.1943 zusammen mit seiner Ehefrau Helene und den Kindern Heinz Hugo und Ruth von Drancy in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Alle gelten als verschollen in Auschwitz[4].

Für Dr. Rosenthal, seine Frau Helene, den Sohn Heinz Hugo und die Tochter Ruth wurden am 03.05.2010 bereits Stolpersteine im Adenauerring 8 verlegt.

Die verwitwete Johanna Rosenthal zog am 7.1.1936 ins jüdische Altersheim, Hintere Judengasse 6. Nach eigenen Angaben lebte sie von einer Pension, die sie wohl von der jüdischen Gemeinde erhielt, sowie von Erlösen aus Wertpapieren und von den Beträgen, die sie von ihrem „Sicherungskonto“ abheben durfte. Im jüdischen Altersheim erlebte sie, wie dieses Haus immer stärker belegt und überbelegt wurde, weil es, wie andere Häuser in der Judengasse, für viele zum letzten Zwangsasyl vor der Deportation wurde. Ihre Söhne hatten für die Mutter Auswanderung nach Südafrika bzw. Frankreich beantragt, aber dazu kam es nicht mehr[5].

Johanna Rosenthal wurde mit dem Sammeltransport am 27.9.1942 über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert[6].
Dort starb sie am 27.12.1942[7].

Julius Kahn Jg 1867,

Er wohnte im jüdischen Altersheim Hintere Judengasse 6, wahrscheinlich erst seit 1940. Dr. Julius Kahn wurde mit dem Transport am 27.9.1942 nach Theresienstadt deportiert. Er starb am 17.2.1943 in Theresienstadt.


[1] Doku Schlösser

[2] Verzeichnis der in der Stadt Worms wohnhaft gewesenen Juden, ITS Digital Archive, Arolsen Archives

Copy of 1.2.1.1 / 11201516

[3] Kartei Ghetto Theresienstadt, ITS Digital Archive, Arolsen Archives Copy of 1.1.42.2 / 5069772

[4] Doku Schlösser, Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz

[5] Doku Schlösser

[6] Verzeichnis der in der Stadt Worms wohnhaft gewesenen Juden,
   ITS Digital Archive, Arolsen, Copy of 1.2.1.1 / 11201671

[7] Kartei Ghetto Theresienstadt, ITS Digital Archive, Arolsen, Copy of 1.1.42.2 / 5116645

Die Steine liegen vor dem Haus Hintere Judengasse 6.

2020

Alle für November 2020 geplanten Veranstaltungen mussten auf Grund der Corona-Vorgaben abgesagt werden:

Wir hatten Glück, dass das Konzert mit Nina Volynskaya und Reinhold Keil im Heylshof noch stattfinden konnte und hoffen, dass sowohl der Film „Persischstunden“ als auch die Buchvorstellung „Vergiss uns nicht …“ Band 2 nachgeholt werden können; das Gleiche gilt für das Jubiläums-Konzert mit Helmut Eisel & JEM.


Klassisches Kammerkonzert mit der Violinistin Nina Volynskaya und dem Pianisten Reinhold Keil

Sonntag, 25. Oktober 2020, 17:00 Uhr, Heylshof, 15:00 €

Nina Volynskaya wuchs als Tochter eines jüdischen Vaters und einer georgischen Mutter in der Sowjetunion auf, wo jüdisches Leben, jüdische Akzente nicht erwünscht waren. Sie selbst war als Musikerin schon früh international tätig. Weltkultur hatte für sie stets Vorrang vor ihrer persönlichen Herkunft. Nina Volynskaya studierte in Moskau und lehrte danach 25 Jahre lang als Professorin an der Musikhochschule in Rostov am Don. Während dieser gesamten Zeit war sie auch schon als Solistin sehr aktiv. Ihre künstlerische Laufbahn führte sie später nach Athen zum griechischen Staatsorchester, wo sie 10 Jahre lang als Solo-Violinistin tätig war.

Foto: Reinhold Keil

Der in Worms wohl bekannte  Pianist Reinhold Keil ist an der Lucie-Kölsch-Musikschule als Klavierlehrer tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Dozent an der Musikhochschule Karlsruhe und ist als freischaffender Pianist, Komponist und Arrangeur aktiv.


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Stolperstein-Verlegung und Demnig-Vortrag am Freitag, 7. Februar 2020

Die Verlegung startet um 9:00 Uhr in der Seidenbenderstraße 31 in Worms.

Danach folgen Verlegungen in der Burkhardstraße, Kriemhildenstraße, Karmeliterstraße, Gymnasiumstraße, Kämmererstraße, am Neumarkt, in der Mähgasse, der Bärengasse, der Judengasse und der Hinteren Judengasse. Ein genauer Zeitplan kann vorab nicht gegebene werden.

Um 19:00 Uhr hält Gunter Demnig im Raschi-Haus (Hintere Judengasse 6) einen Vortrag zum Thema „STOLPERSTEINE – SPUREN und WEGE“.

Der Eintritt ist frei.


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remembeRING

Besser ist, wenn du nix weißt.

Hier der Link zur Rezension durch die Wormser Zeitung – Ulrike Schäfer:

https://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/tragische-geschichte-beruhrt-im-wormser-lincoln-theater_21125137

Zum Auschwitz-Gedenktag (27. Januar) am Sonntag, 26. Januar 2020, um 19:00 Uhr im LINCOLN-Theater in Kooperation mit DemokratieLeben:

remembeRING – ein Theaterstück über das Suchen nach Antworten. Es erzählt bruchstückhaft die Geschichte einer Familie vor, während und nach der Shoah.

www.remembering-theater.de

Ein Theaterstück für Jugendliche und Erwachsene. Eintritt frei.

Fotograf: Rainer Drexel

remembeRING erzählt die Geschichte eines Rings, der seinen Weg auf wundersame Weise vom KZ Auschwitz nach Tel Aviv genommen hat. Eine Geschichte aus der Shoah und dem Leben danach. Gespiegelt in den Fragen der Töchter an ihre Mütter wird die Überlieferung der Traumatisierung durch die Shoah über die Generationen hinweg nachgespürt. remembeRING ist der Versuch, den Stein umzudrehen, der sich auf die Toten und die Lebenden gelegt hat. Durch die Vermittlung und dem Zeigen weniger Fotografien und Habseligkeiten wird das Lebenszeugnis von Liora`s Großmutter, Jenny Hilb, berühr- und erlebbar gemacht und geht somit in den Erzählkanon des kollektiven Bewusstseins ein. Die Fotografie ist oft die letzte Spur, die von einem menschlichen Leben übrig bleibt. Diese abwesenden Toten verblassen nicht und fallen nicht aus dem Rahmen des Familiengedächtnisses heraus, sondern sitzen in den Familien weiterhin mit am Tisch. Verlorenes und Vergessenes wird mit remembeRING, sofern es nicht materiell zerstört ist, noch einmal ins kulturelle und individuelle Gedächtnis zurückgeholt. Das Verhältnis von individueller Erinnerung und sozialem Gedächtnis wird in remembeRING von der Darstellerin Liora Hilb aufgezeigt, um ihre Erinnerung zu fixieren und wiederzufinden.