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Museumspädagogik

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Ziele des Vereins

Unsere Gesellschaft wurde 1996 gegründet und zählt mittlerweile über 150 Mitglieder. Die Initiatoren bedauerten seit langem, dass es in Worms zwar beeindruckende Zeugnisse einer einstmals bedeutenden jüdischen Gemeinde gibt, dass diese Zeugnisse sehr gut konserviert und dem interessierten Publikum zugänglich gemacht werden, dass darüber hinaus aber kaum Gelegenheit geboten wurde, etwas über alte und gegenwärtige jüdische Kultur zu erfahren.

Angesichts der leeren öffentlichen Kassen war auch kaum damit zu rechnen, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändert. Diesen Zustand wollten wir ändern. Einmal, weil wir selbst sehr an der jüdischen Kultur interessiert sind, zum anderen, weil wir glauben, dass die Wormser Bürgerinnen und Bürger mehr erfahren sollten über den unschätzbaren Beitrag, den Jüdinnen und Juden für unsere Kultur geleistet haben.

Dazu braucht es aber einen Verein, der organisiert, durchführt und finanziell absichert. Das ist uns bisher recht gut gelungen. Unsere Veranstaltungen waren alle gut besucht, so dass wir sie fast ohne Zuschüsse von dritter Seite „über die Bühne“ bringen konnten. 

Ein weiterer Schwerpunkt hat sich im Jahre 1998 ergeben: Die architekturhistorisch höchst wertvolle Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof Worms-Hochheim (erbaut 1911 im so genannten Darmstädter Jugendstil) hat zwar beide Kriege nahezu unbeschadet überstanden, war aber sehr vom Verfall bedroht, weil nach der Auslöschung der jüdischen Gemeinde durch den Holocaust sich niemand dafür zuständig gefühlt hat bzw. keine Gelder zur Restaurierung vorhanden war. Inzwischen wurden auf Initiative von WARMAISA hin die notwendigen Arbeiten durchgeführt und seit September 2005 kann das Gebäude in voller Schönheit besichtigt werden. WARMAISA hat für jede der einzelnen Teilmaßnahmen die erforderliche Anschubfinanzierung geleistet, die dann Grundlage für öffentliche Zuschüsse war.

Im Jahr 2006 wurde das jüdische Gefallenenehrenmal aus dem 1. Weltkrieg, das sich hinter der Trauerhalle befindet, auf unsere Initiative hin ebenfalls restauriert. Inzwischen wird das Ehrenmal in die jährliche Feierstunde zum Volkstrauertag im November eingebunden.

Um auch jüngere Menschen für unsere Themen zu interessieren, vergeben wir jährlich den Warmaisa-Preis. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler und soll besondere Beschäftigung mit jüdischen Themen auszeichnen. Die prämierten Arbeiten werden öffentlich vorgestellt.

Seit 2002 arbeitet ein museumspädagogischer Arbeitskreis unseres Vereins daran, das jüdische Museum im Raschihaus mit Begleitmaterial für Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Stufen (Grundsschule, Sekundarstufe I und II) zu versehen. Vier Mitglieder von Warmaisa waren Mitarbeiter eines Autorenteams, das pädagogisches Begleitmaterial zur Ausstellung „Europas Juden im Mittelalter“ erstellt hat, die im November 2004 in Speyer gezeigt wurde.

Im Jahr 2005 wurde in Worms und Troyes (Frankreich) das Raschijahr ausgerufen, weil der bedeutendste jüdische Bibel- und Talmudkommentator Raschi (er stammte aus Troyes, lehrte viele Jahre dort und studierte im 11. Jahrhundert an der berühmten jüdischen Hochschule in Worms) vor 900 Jahren gestorben war. Von April bis Juli 2005 gab es dazu zahlreiche Veranstaltungen, die deutlich unsere Handschrift trugen: Konzerte, Kabarett, Beiträge zum Jazzfestival, Lehrveranstaltungen zu jüdischer Geschichte und Kultur, Ausstellungen, Symposion usw.

Seit dem Raschijahr 2005 werden jährlich die „Jüdischen Kulturtage Worms“ durchgeführt mit anspruchsvollen Veranstaltungen. Das Programm wird inhaltlich von uns gestaltet und in Zusammenarbeit mit der Stadt Worms und der jüdischen Gemeinde Mainz organisiert. Ebenfalls in diesem Zusammenhang feierte WARMAISA eine Premiere als Verlag. Unsere damaligen Vorstandsmitglieder Ulrike Schäfer und Dr. Fritz Reuter übertrugen die jüdischen Legenden, die der Gemeindeschreiber Juspa Schammes im 17. Jahrhundert zusammengestellt hat, in unsere heutige Sprache, ergänzt durch wissenschaftliche Kommentare (18 € im Buchhandel, Mitglieder 16 €).

Seit Oktober 2006 nehmen wir am Projekt „Stolpersteine“ teil. Nach einem Konzept des Kölner Künstlers Gunter Demnig werden vor den ehemaligen Wohnungen von Opfern des Naziterrors pflastersteingroße Messingplatten in das Gehwegpflaster eingelassen, die Namen und Schicksal der Menschen, die hier gewohnt haben, bezeugen. Die Patenschaften für diese Stolpersteine wurden von Bürgern übernommen. Mittlerweile wurden ca. 200 Stolpersteine in Worms gesetzt, für weitere haben wir Patenschaften beisammen. Seit August 2009 gibt es unser sehr gelungenes Büchlein "„Vergiss uns nicht"“ mit Kurzbiographien von 50 Menschen, die durch einen Stolperstein geehrt werden (z. Z. vergriffen, Neuauflage geplant).

Es war auch unsere Idee, einen Antrag „Weltkulturerbe ShUM-Region“ bei der UNESCO zu stellen, der mittlerweile von den ShUM-Städten Speyer, Worms und Mainz sowie der Landesregierung Rheinland-Pfalz betrieben wird.

Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt, d. h. Mitgliedsbeiträge und Spenden können von der Steuer abgesetzt werden.

Dem Vorstand gehören aktuell an:

1. Vorsitzender: Dr. Christoph Sievers

2. Vorsitzende: Traudel Mattes 

Kassiererin: Ingeborg Körner

BeisitzerInnen:  Larissa Grinblat, Birgit Jäger, Beatrice Remmert, Roland Graser, Rudolf Hauser