2018

Donnerstag, 29. November, 19 Uhr WORMSER Tagungszentrum, Rathenaustraße 11, Worms

Der Golem kehrt zurück. Vortrag mit Prof. Frank Stern (Wien) und Film zum Thema Golem. 

Eintritt frei

Veranstalter: SchUM-Städte e. V.

Wussten Sie, dass der Golem oder besser die Idee des Golems aus Worms stammt? Am Rhein entstand die Idee eines solchen Wesens bereits im 13. Jahrhundert, lange, bevor Prag sich auf immer mit dem Golem verband. Bilder, Filmausschnitte, ein amüsant-kenntnisreicher Vortrag von Prof. Frank Stern und ein Film warten auf die Besucher.


Mittwoch 21.11.18 um 19 Uhr: Wir sind Juden aus Breslau

Kinowelt Worms am Mittwoch, 21.11.18 um 19 Uhr [Bild: Karin Kaper]

Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies

www.judenausbreslaufilm.de

Sondervorführung in der Kinowelt Worms

In Anwesenheit der Regisseurin Karin Kaper

Eintritt frei

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebens-schicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.


Mittwoch, 14. November, 19 Uhr WORMSER Tagungszentrum, Rathenaustraße 11, Worms

Foto: Andreas Labes

Götz Aly: Europa gegen die Juden 1880–1945. Vortrag. 

Eintritt: 10 Euro (Schüler und Studenten 5 Euro)
Vorverkauf: bei Bücher Bessler und in der Kunsthandlung Steuer

Veranstalter: Warmaisa

Der Holocaust ist nicht allein aus der deutschen Geschichte heraus erklärbar. Sowohl in West- als auch in Osteuropa hatte die Judenfeindschaft seit 1880 sprunghaft zugenommen – angetrieben von Nationalismus und sozialen Krisen. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt der Historiker Götz Aly, wie Rivalität und Neid, Diskriminierung und Pogrome vielerorts dazu bei­getragen haben, den Boden für Deportationen und Morde zu bereiten.


Donnerstag, 8. November, 17 Uhr Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Gedenkveranstaltung zum November 1938. 

Mit Oberbürgermeister Michael Kissel, dem Duo Allegri, Schülerinnen und Schülern des Gauß-Gymnasiums Worms und einem Kaddisch durch Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky. 

Veranstalter: Stadt Worms, Jüdische Gemeinde, Warmaisa, Bündnis gegen Nazi­aufmärsche.


Dienstag, 23. Oktober, 19 Uhr LincolnTheater, Obermarkt 8, Worms

Foto: Alfons Fries

Paula Quast und Henry Altmann: Jüdische Märchen. 

Eintritt 12 Euro (Schüler und Studenten 8 Euro)
Vorverkauf: bei Bücher Bessler und in der Kunsthandlung Steuer

Feiner Witz und tiefer Sinn zeichnet jüdische Märchen aus. In ihnen verbinden sich die Weisheit und der Humor dieser Erzähltradition mit den Farben und der Fabulierfreude des Orients. Auch mit diesem Programm haben Paula Quast und Henry Altmann erneut etwas Besonderes erschaffen. Mit ihrer warmen, tiefen Stimme und der klaren, akzentuierten Sprechweise zieht Paula Quast Jung und Alt in ihren Bann, Henry Altmanns musikalische Virtuosität und Einfallsreichtum gestalten farbenreiche Klangteppiche, die den Worten Flügel verleihen. 

Paula Quast und Henry Altmann haben im letzten Jahr ein großes Publikum in der Wormser Synagoge mit ihrem Programm „Mascha Kaléko“ begeistert.


Donnerstag, 4. Oktober, 19 Uhr Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Daniel Kempin und Dimitry Reznik: „mir hojbn di hent“ – Messianische Befreiungssehnsucht und Revolution in jüdischen Liedern. 

Eintritt: 15 Euro (Schüler und Studenten 10 Euro)
Vorverkauf: bei Bücher Bessler und in der Kunsthandlung Steuer

Es erklingen Lieder der Befreiungsfeste Pessah, Chanukka und des Schabbats, aber auch flammende Lieder und Hymnen des »Bundes«. Das Programm will aufzeigen, dass die jüdische Arbeiterbewegung als eine konsequente Weiterentwicklung der religiösen Tradition und der messianischen Vision einer gerechten Gesellschaftsordnung angesehen werden kann.


Freitag, 21. September, 19 Uhr Ratssaal im Rathaus, Marktplatz 2, Worms

Beate Klarsfeld: Antisemitismus in Deutschland und Frankreich – gestern und heute. Vortrag in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz/Worms.

1968 steht für Bürgerrechtsbewegungen, die eine verkrustete Bundesrepublik nachhaltig veränderten. Beate Klarsfeld repräsentiert wie kaum eine andere Person diesen Willen zu einer tiefgreifenden Umgestaltung, die nur durch die Konfrontation mit der damals verdrängten Geschichte des Nazismus zu erreichen war. Unvergessen bleibt ihre Ohrfeige, mit der sie nicht nur ihre Verachtung für die Person Kiesinger, sondern für eine politische Klasse ausdrückte, deren Wurzel stark in die Barbarei des Nationalsozialismus zurückreichen. 

Ihr Mut und ihre charakterliche Integrität, mit der sie gegen alle Widerstände Nazimörder wie Lischka oder Barbie enttarnte und juristischen Prozessen zuführte, beeindrucken noch heute. Fünfzig Jahre nach 1968 scheinen Projekte wie ein gemeinsames Europa oder das Ideal einer multikulturellen Gesellschaft in einer schweren Krise zu stecken. Die Kritik gegen das politische Establishment wird diesmal von immer stärker werdenden rechten Parteien in Europa erhoben. In der Folge dieser Kritik steigen längst totgeglaubte Gespenster wie chauvinistischer Nationalismus und in seinem Gefolge auch der Antisemitismus aus den Gräbern der Vergangenheit. 

Es wird höchst interessant und wichtig sein, was Beate Klarsfeld zum Thema eines neuen, auch islamistischen Antisemitismus in Deutschland und Frankreich zu sagen hat.


Sonntag, 16. September – 31. Oktober: Ausstellung Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Die vergessenen jüdischen Flüchtlinge. Ausstellung der Entwicklungshilfeagentur des israelischen Außen­ministeriums 

Bis 31. Oktober 2018 zu den üblichen Öffnungszeiten der Synagoge:
täglich 10–12.30 und 13.30–17 Uhr.

In fünfzehn Tafeln erzählt die Ausstellung von jüdischen Flüchtlingen aus arabischen Ländern und dem Iran im 20. Jahrhundert. Die meisten von ihnen lebten in uralten Gemeinden. In den ersten beiden Jahrzehnten nach Gründung des Staates Israel verschwanden zwischen Marokko und dem Irak fast alle jüdischen Gemeinden. Von den mehr als 850.000 Juden, die dort vor 1948 lebten, sind im Jahre 2001 nur knapp 7.800 übriggeblieben.


Dienstag, 11. September, 19 Uhr Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Dr. Dominik Nagl, Universität Mannheim: Kapitalismuskritik und das Problem des Antisemitismus – Von Marx’ „Zur Judenfrage“ bis zur Antiglobalisierungsbewegung. 

Veranstalter: Warmaisa

Kritik am Kapitalismus, insbesondere solche, die sich als „links“ versteht, und Antisemitismus wurden und werden häufig als Gegensatz betrachtet. „Linker Antisemitismus ist unmöglich“, meinte etwa 1976 der Schriftsteller Gerhard Zwerenz. Dass dem beileibe nicht so ist, sondern stets eine verhängnisvolle innere Beziehung zwischen bestimmten Formen des Antikapitalismus und Antisemitismus bestanden hat, wird dieser Vortrag in einer Würdigung des kürzlich verstorbenen Historikers Moishe Postone und anhand von Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart herausarbeiten.


Donnerstag, 6. September, 19 Uhr LincolnTheater, Obermarkt 8, Worms

BewegtBildTheater: Susanna – Ich bin ein Kontinent.

Eintritt: 15 Euro (Schüler und Studenten 10 Euro)
Vorverkauf: Bücher Bessler und in der Kunsthandlung Steuer

Susanna, ein junges, lebenshungriges Mädchen, nimmt ihre nüchterne, steife Erzieherin mit in ihre Fantasiewelt, die um sagenhafte Geschichte, um Tiere und Fabelwesen kreist. In dieser großen, fantastischen Welt thront dieses traumwandelnde Mädchen mit offenem, wilden Haar und in blutrotem Kleid wie eine Königstochter auf einer Leiter und fordert ihr Recht auf Liebe und Sinnlichkeit zu einem Mann. 

In diesem Theaterabend nach einer Erzählung von Gertrud Kolmar verbinden Martina Roth (Gesang, Schauspiel) und Johannes Conen (Bewegtbild, Komposition, Gitarre) Wort und Musik in einem Dialog. Beide Frauenfiguren werden von Martina Roth gespielt, Susanna als reale Figur auf der Bühne, und die Erzieherin als Charakter auf der Leinwand.


Sonntag, 2. September, 11 Uhr, Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Jerusalem am Rhein. Buchvorstellung mit Karl Erich Grözinger (Autor) und Volker Gallé (Lesung). 

Eintritt frei.

In allen drei SchUM-Städten sind Wunder geschehen: Die baufällige Brücke über den Rhein hielt gerade solange, bis die Säulen der Wormser Synagoge hinübergebracht waren, Samuel der Fromme besiegte in einem Zauberwettkampf drei Pfaffen und erschuf den ersten Golem, das Boot mit dem Sarg Rabbi Amrams schwamm alleine gegen den Strom von Köln nach Mainz – so entstand die Kirche St. Emmeran – und Worms ist die Heimat der jüdischen Zauberkünstler, der Ba’ale Schem. Aber es gab auch viele Verfolgungen und Morde an den Juden, welche die Nachfahren nie vergaßen. All das und vieles mehr erfährt man aus den so humorvollen wie traurigen jüdischen Volkserzählungen, von denen viele in dem Buch Jerusalem am Rhein zum ersten Mal aus dem Jiddischen und Hebräischen ins Deutsche übersetzt wurden. Wer die Befindlichkeiten der Juden in den drei SchUM-Städten Städten kennen lernen will, kommt an diesen Geschichten nicht vorbei. Der Judaist Karl Erich Grözinger erläutert die Geschichten, die von Volker Gallé gelesen werden.

Das Buch wird auch am 2. September, um 19 Uhr in der Mainzer Synagoge und am 4. September, um 19 Uhr im Neuen Trausaal des Rathauses Speyer (Historisches Stadtarchiv) vorgestellt.


Dienstag, 15. Mai 2018: Abraham de Wolf: Moses Hess und die frühen Sozialisten / Kommunisten

19 Uhr
Raschi-Haus Worms

Vortrag mit Diskussion:
Abraham de Wolf: Moses Hess und die frühen Sozialisten / Kommunisten


Moses Hess (1812 – 1875) gehörte zu den frühen Sozialisten und war ein Vorläufer der
Zionisten. Über sein gespanntes und spannendes Verhältnis zu Marx und Engels wird
Abraham de Wolf, Rechtsanwalt und Sprecher des Arbeitskreises jüdischer
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, berichten.

Eintritt frei.


Donnerstag, 22.03.2018: Prof. Bassam Tibi: Muslimischer Antisemitismus

19:00 Uhr
 Das Wormser
, Rathenaustraße, 67547 Worms

Eintritt frei

Professor Tibi ist Syrer, Muslim und erfahrener Islamkenner.
Er weist nach, dass der in der Welt des Islam florierende Judenhass mit den demografischen Wellen der Migration von dort nach Europa kommt. Bassam Tibi beobachtet, wie Deutsche aus Furcht, der Islamophobie bezichtigt zu werden, die politische Erscheinung der Islamisierung des Antisemitismus einfach ignorieren. Auf der Basis der Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus und einer weiteren zwischen Judaiophobie und Antisemitismus wird die Ideologie des islamistischen Antisemitismus untersucht. Der Wandel von einem Übel (Judenhass als Vorurteil und Rassismus) zum neuen islamistischen Antisemitismus (genocidal ideology) steht im Mittelpunkt dieses Vortrages, der sicher zu lebhafter Diskussion herausfordert.


Donnerstag, 15.02.2018: Dmitrij Belkin: „Germanija. Wie ich in Deutschland jüdisch und erwachsen wurde“

18.00 Uhr
Raschi-Haus
, Hintere Judengasse 6, 67547 Worms

Eintritt frei

Neue Heimat, neue Identität? Zuwanderer wie der junge Dimitrij Belkin aus der ehemaligen Sowjetunion verändern die deutsche Gesellschaft, aber auch sie bleiben nicht dieselben. Dmitrij Belkin berichtet über Zuschreibungen und
Erwartungen, neues Glück und alte Wurzeln. Brücken des Verstehens zu unseren russischjüdischen Mitbürgern?


Mittwoch, 24.01.2018 „Paradies“ Gedenkfilm zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

19:00 Uhr
Kinowelt Worms, Wilhelm-Leuschner-Str., Worms

Eintritt: 4 Euro

Frankreich im Zweiten Weltkrieg: Konchalowsky zeigt einen französischen Kollaborateur (Philippe Duquesne), eine judenrettende russische Gräfin im
Pariser Exil (Julia Wisotskaja), einen hitlergläubigen SS-Offizier (Christian Clauß), der, um Widersprüche unbesorgt, in Liebe zu dieser Gräfin entbrannt ist. Dann: Verhörszenen, in denen die Protagonisten ihr Leben beichten müssen, als seien sie nach Kriegsende vor ein alliiertes Militärgericht geraten… Befremdlicherweise sind jedoch diese Figuren zum Zeitpunkt ihres Rückblicks längst tot, der Franzose von der Résistance hingerichtet, die Russin anstelle einer Jüdin im KZ ermordet, der Deutsche bei der alliierten Eroberung des Lagers umgekommen… Wo und wann finden die Verhöre statt?